De la chair et de l’esprit

« Es ist aber zu beachten, dass der Apostel die Deutung ablehnt, wonach Geist und Fleisch gewissermassen wie zwei getrennte Grössen nebeneinander stünden. Sie bilden vielmehr eine vollständige Einheit, so wie die Wunde und das Fleisch eine Einheit sind. Gewiss ist das Besondere der Wunde und das Besondere des Fleisches voneinander verschieden. Aber dennoch : weil Wunde und Fleisch eine Einheit bilden und die Wunde eigentlich nichts anderes ist als das verwundete oder schwache Fleisch selbst, darum wird dem Fleisch beigelegt, was der Wunde zugehört. So ist ein und derselbe Mensch zugleich Geist und Fleisch. Aber das Fleisch ist seine Schwacheit oder Wunde, und insofern er das Gesetz Gottes liebt, ist er Geist; insofern er aber sündhaft begehrt, macht sich de Schwachheit des Geistes und die Sündenwunde geltend, die erst heil zu werden beginnt. So sagt Christus : « Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach », Matth. 26, 41″

Martin Luther, Römerbriefvorlesung, 1515-1516

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